Schlagwort-Archive: Muslim

Kleider machen Leute!?

Eine lockere Unterhaltung über dieses und jenes – bis es plötzlich um Kopftücher geht. Darum, dass dieses kleine Stück Stoff für manche Menschen so eine große Sache ist. Religiös, politisch, gesellschaftlich. Tja nun, sage ich, soll doch jeder machen, wie er mag. Unter so einem Tuch kann ein kluger Kopf stecken. Jaja, sicher, sagt die Frau, aber so ganz in Ordnung sei das ja nicht. In der Türkei müssten wir Nicht-Muslime uns ja schließlich auch anpassen. Die Röcke nicht zu kurz, die Schultern bedeckt, die Kurven nicht allzu sehr zur Schau gestellt. Dann sollten sich die Muslime in Deutschlan doch auch unseren Regeln anpassen können. So ein Kopftuch das könnten die dann ja zuhause tragen. Ob sie sich nicht unwohl fühle, wenn man ihr vorschreiben wolle, wie sie sich zu kleiden habe, frage ich. Doch, doch, sagt sie. Das sei schon nicht so schön. Ob es dann nicht besser sei, dass hier jeder tragen könne, was er möchte, will ich wissen. Ja doch, sagt sie. Aber trotzdem.

Ein Muslim schießt den Vogel ab

Mithat Gedik hat den Vogel abgeschossen. Der 33-Jährige ist Schützenkönig im westfälischen Sönnern. Und er ist Muslim. Ein Widerspruch? Sollte man nicht meinen, doch mit seiner Regentschaft hat Mithat Gedik nun laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) eine Debatte ausgelöst, die zeigt: Integration gerne, aber bitte nicht überall.

Schützenvereine sind dem Glauben zugetan – dem christlichen. Und jetzt trägt ein Muslim die Königskette. Für Mithat Gediks Bruderschaft St. Georg Sönnern-Pröbsting ist das kein Problem. Sogar der Pastor, der den Schützen traditionell vorsteht, sprach laut SZ von „gelebter Integration“.  Außerdem ist der muslimische König in Deutschland geboren, mit einer katholischen Frau verheiratet und er belegte katholische Religionslehre gar als Abiturfach. Nicht, dass es andernfalls einen Unterschied machte, aber trotzdem.

Dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ist das alles jedoch egal. Für den Dachverband der Schützen zählen Regeln offenbar mehr als Menschlichkeit. Der Muslim darf nicht beim Bezirksschützenfest antreten, der Muslim hätte weder Mitglied, geschweige denn Schützenkönig werden dürfen. „Dat is so. Man sollte gewisse Regeln einfach akzeptieren“, zitiert die SZ den Verbandsvorsitzenden Rolf Nieborg.

Auf die Idee, dass man gewisse Regeln auch ändern kann, ist der Mann wohl nicht gekommen. Wahrscheinlich will er das auch gar nicht. Wenn es ihm so um die christlichen Werte geht, sollte sich Herr Nieborg vielleicht mal unter den christlichen Mitgliedern umsehen. Wie christlich leben die? Wie wichtig ist denen der Glaube? Wahrscheinlich wird er da zwischen denen und Mithat Gedik kaum einen Unterschied finden.

Schützenbruderschaften wurden im Mittelalter gegründet und taten sich mit der Kirche zusammen. Klar, dass dann nur Christen Mitglied werden sollten, schließlich war fast jeder Bürger einer. Doch seitdem sind Hunderte Jahre vergangen. Die Welt hat sich geöffnet, die Völker haben sich vermischt, der Glaube ist in den Hintergrund getreten. Selbst der erzkonservative Vatikan macht derzeit eine Art Wandel zu mehr Toleranz durch, beschäftigt sich mit Homosexualität, mit sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen, demonstriert Toleranz anderer Religionen.

Vom Dachverband der Schützen ist ein ähnlich reflektiertes Verhalten wohl eher nicht zu erwarten. Ein in Deutschland geborener, beliebter, integrierter Muslim, bleibt für sie ein Muslim und damit jemand, der unter keinen Umständen ein Schützenkönig sein sollte. Auch dann nicht, wenn seiner eigene Bruderschaft die Religion egal ist.

Immerhin: Eine Änderung der Regeln will Verbandssprecher Rolf Nieborg nicht ausschließen, „aber die katholische Kirche hat auch 500 Jahre gebraucht, um die Lehren von Galileo Galilei zu akzeptieren“. Was diese Ignoranz der katholischen Kirche gebracht hat, hat die Geschichte gezeigt – nichts als Rückstand. Das Schützenwesen ist ein lebendiges Brauchtum, doch um 500 Jahre zu warten, bis Muslime in den Bruderschaften anerkannt werden, fehlt die Zeit. Bis dahin wird das Schützenwesen ein totes Brauchtum sein.

Kleiner Nachtrag (6. August):
Offenbar hat der Bund Deutscher Historischer  Schützenbruderschaften eine Kompromisslösung gefunden. Mithat Gedik darf Schützenkönig bleiben. Mehr aber auch nicht und nur ausnahmsweise.

Linktipps:
Schwuler Schützenkönig in Südwestfalen akzeptiert (WAZ)
Frauen ziehen in Schützenvereine ein (WAZ)

Muslimische Friedhöfe (un)erwünscht

Die Städte in Nordrhein-Westfalen werden ab dem 1. Oktober dazu berechtigt sein, rein muslimische Friedhöfe einzurichten. Das schreibt die WAZ in einem Online-Beitrag.

Warum auch nicht? Es gibt christliche Friedhöfe, es gibt jüdische Friedhöfe, und bald also auch muslimische – eine logische Anpassung an die Zusammensetzung der Gesellschaft. Schließlich machen Muslime einen beachtlichen Anteil der Bevölkerung aus. Laut Deutscher Islam-Konferenz sind es bundesweit zwischen 3,8 und 4,3 Millionen, ein Drittel davon lebt in NRW.

Einigen Kommentatoren des WAZ-Artikels scheint die bisher nicht einmal in die Tat umgesetzte Änderung des Bestattungsgesetzes jedoch ein Dorn im Auge zu sein:

VolkesMaul: „Es ist einfach nur unglaublich, wie ein Land es immer wieder schafft, sich seinen Zuwanderern in vorauseilendem Gehorsam unterzuordnen.“

hoppenstett: „Integration geht anders.
Absolut unverständlich, diese ewige Extrawurstbraterei.“

golden_girl: „Wenn es denn schon heute die Möglichkeit gibt, Ritualgerecht die Toten auf kommunalen Friedhöfen bestatten zu lassen, warum dann noch eigene Friedhöfe? Ebenso wie H. Gabriel für eine Übernahme von öffentlichen Ämtern durch Muslime plädiert, werden hier wieder Sonderregelungen geschaffen, die keinen sachlichen Grund haben („..90% überführen die Toten in ihr Heimatland…aus starker Heimatverbundenheit und wegen der Riten..“), Integration in die deutsche Gesellschaft sieht anders aus. Alleine die Meldungen der letzten Tage scheinen den Schluss zuzulassen, das die SPD für eine zunehmende ************* der deutschen Gesellschaft steht. [Laut Kommentatorin stehen die ************* für Islamisierung. Das Wort sei von derwesten.de unkenntlich gemacht worden.]

Wie, wo und mit welchen Bräuchen Anhänger der einen Religion ihre Toten bestatten, könnte den Anhängern der jeweils anderen Glaubensrichtungen eigentlich egal sein. So lange niemand anfängt wild irgendwo seine Verstorbenen zu verscharren, mag jeder so Abschied nehmen, wie er es für richtig hält.

Es ist einfach nur unglaublich, wie ein Land es immer wieder schafft, sich seinen Zuwanderern in vorauseilendem Gehorsam unterzuordnen.

Städte dürfen muslimische Friedhöfe einrichten | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/politik/staedte-duerfen-muslimische-friedhoefe-einrichten-id9548312.html#plx1376560082

Es ist einfach nur unglaublich, wie ein Land es immer wieder schafft, sich seinen Zuwanderern in vorauseilendem Gehorsam unterzuordnen.

Städte dürfen muslimische Friedhöfe einrichten | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/politik/staedte-duerfen-muslimische-friedhoefe-einrichten-id9548312.html#plx1376560082

Es ist einfach nur unglaublich, wie ein Land es immer wieder schafft, sich seinen Zuwanderern in vorauseilendem Gehorsam unterzuordnen.

Städte dürfen muslimische Friedhöfe einrichten | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/politik/staedte-duerfen-muslimische-friedhoefe-einrichten-id9548312.html#plx1376560082″