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Kleider machen Leute!?

Eine lockere Unterhaltung über dieses und jenes – bis es plötzlich um Kopftücher geht. Darum, dass dieses kleine Stück Stoff für manche Menschen so eine große Sache ist. Religiös, politisch, gesellschaftlich. Tja nun, sage ich, soll doch jeder machen, wie er mag. Unter so einem Tuch kann ein kluger Kopf stecken. Jaja, sicher, sagt die Frau, aber so ganz in Ordnung sei das ja nicht. In der Türkei müssten wir Nicht-Muslime uns ja schließlich auch anpassen. Die Röcke nicht zu kurz, die Schultern bedeckt, die Kurven nicht allzu sehr zur Schau gestellt. Dann sollten sich die Muslime in Deutschlan doch auch unseren Regeln anpassen können. So ein Kopftuch das könnten die dann ja zuhause tragen. Ob sie sich nicht unwohl fühle, wenn man ihr vorschreiben wolle, wie sie sich zu kleiden habe, frage ich. Doch, doch, sagt sie. Das sei schon nicht so schön. Ob es dann nicht besser sei, dass hier jeder tragen könne, was er möchte, will ich wissen. Ja doch, sagt sie. Aber trotzdem.

Schönes Interview zur Kopftuch-Debatte

Ein schönes Interview zur Kopftuch-Debatte in Dortmund: Ruhrnachrichten-Redakteurin Sarah Bornemann spricht mit Ahmad Aweimer, Vorsitzender des Rates der muslimischen Gemeinden in Dortmund, über Religion, Integration und das ewige Gezänk um ein Stück Stoff.

Zu finden ist das Gespräch hier.

 

Islamfeindliche Bezirksbürgermeisterin verliert ihr Amt

Nachtrag zu „Politikerin hetzt gegen Muslime (12. Juli):
Gerda Horitzky verliert ihr Amt als Bezirksbürgermeisterin der Dortmunder  Nordstadt. (Hier ein Beitrag dazu in der Online-Ausgabe der Ruhrnachrichten) Ein Monat ist vergangen, seit sie mit ihrer offenen Ablehnung gegen Kopftücher für Aufsehen gesorgt hat.

Einen Monat hat die SPD gebraucht, um sich gegen die Bezirksbürgermeisterin zu entscheiden. Nun erreichen die Genossen in der Bezirksvertretung Nord gemeinsam mit Grünen, Linken und Piraten die nötige Zweidrittelmehrheit für eine Abwahl der 72-Jährigen.

Was es da so lang zu überlegen gab, ist zwar rätselhaft, viel schlimmer ist es jedoch, dass die CDU sich offen hinter Frau Horitzky stellt. Steffen Kanitz, Kreisvorsitzender der CDU Dortmund nimmt die Dame gar öffentlich in Schutz. Sie sei ganz sicher kein ausländerfeindlicher Mensch, sagt er in einem Interview in der Printausgabe der Ruhrnachrichten vom 9. August. Ach nein? Interessant!

Wie bitte soll man Sätze wie „Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich nur noch Kopftücher. Ich will aber keine mehr sehen!“ sonst deuten? Ob Herr Kanitz wohl auch dann seine schützende Hand über Frau Horitzky gehalten hätte, wenn sie SPD-Mitglied wäre und nicht wie Herr Kanitz in der CDU?

Linktipp: Hier ein Bericht zur Reaktion von Steffen Kanitz auf Nordstadtblogger.

„Kopftuchtante“ unter Verdacht

Eine Frau steht im Discounter an der Kasse, packt ihre Einkäufe in eine Tasche und erzählt der Verkäuferin von ihrem vorigen Einkauf in dem Supermarkt: „Da hab‘ ich hier meinen Regenschirm liegen gelassen. Ich war nur kurz beim Bäcker, als ich zurück kam, war der Schirm weg. Da war hinter mir an der Kasse so ’ne Kopftuchtante mit Kind. Die hat sich den gekrallt.“ Gesehen hat sie das nicht. Aber dass es nur die Frau mit dem Kopftuch gewesen sein kann, ist für sie eindeutig.