Politikerin hetzt gegen Muslime


Bei der Lektüre der zweiten Lokalseite der Dortmunder Ruhrnachrichten hätte ich mich heute Morgen fast an meinem Kaffee verschluckt. Unter dem Titel „Angst vor einem Stück Stoff“ wird dort von einem Leserbrief aus der Feder von Gerda Horitzky berichtet (Hier der Bericht online). Die 72-Jährige ist Vorsitzende der CDU Innenstadt-Nord und stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Offensichtlich hat sie ein gewaltiges Problem mit Kopftüchern im Speziellen und Muslimen im Allgemeinen.

Der Hintergrund: Eine Krankenschwester des St-Johannes-Hospitals wurde gekündigt, weil sie mit Kopftuch zur Arbeit erschien, obwohl ihr Arbeitgeber dies untersagt hatte.  Daraufhin ist das Thema Kopftuch in die öffentliche Diskussion geraten und brachte Frau Horitzky schließlich dazu ihre Angst vor Überfremdung zum Ausdruck zu bringen. Hier ein paar Zitate der Dame:

„Es kann nicht sein, dass unsere christlichen Konfessionen überall muslimisch unterlaufen werden, zumal wir für Muslime sowieso nur Ungläubige sind.“

„Ich als Nordstädterin würde im Krankheitsfall ins St.-Johannes-Hospital gehen, um mal eine Zeit ohne Kopftücher zu erleben.“

„Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich nur noch Kopftücher. Ich will aber keine mehr sehen!“

Das ist unverhohlener Rassismus, garniert mit einer gehörigen Portion Zynismus, denn laut der Angaben über Gerda Horitzky auf der Homepage der CDU-Fraktion ist ihre Aufgabe die „Integration der türkischen Mitbürger mit bestimmten Vorgaben, wie z.B. das Beherrschen der deutschen Sprache“.

Ich kann nur hoffen, dass die CDU, die sich umgehend von Horitzkys Aussagen distanziert hat,  sie schnellstens aus der Partei wirft! Wer als Politikerin ein dermaßen diskriminierendes Veralten an den Tag legt, hat das Recht auf jegliches Amt verwirkt. Das gilt ganz besonders, wenn ihr Aufgabenbereich die Menschen umfasst, gegen die sie jetzt öffentlich Stimmung macht!

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Ein Gedanke zu „Politikerin hetzt gegen Muslime“

  1. Ihre persönliche Einlassung wirkt wie das Schreiben einer Vertreterin rechter Parteien. Traurig – eigentlich mehr erschreckend -, dass sich eine langjährige und erfahrene Politikerin wie Frau Hortzky zu solchen Äußerungen öffentlich hinreißen lässt. Was sie persönlich mag oder nicht ist ihre Angelegenheit. Sie sollte diese aber nicht zum Maßstab einer Gesellschaft machen wollen, die längst so diverse ist, dass dieses „Wir“ und die „Anderen“, das vermeidliche Szenario des Unterwandern des Einen durch den Anderen so fremd wirkt, wie es ein Kopftuch niemals sein kann. Ob sie es beabsichtigte oder nicht, ihre Äußerungen sind realititätfern; mehr noch; sie sind menschenverachtend. Und das ist das Schlimme daran.

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