Mit Kindern gegen Flüchtlinge


Laut einem Online-Bericht der WAZ haben Eltern im Essener Stadtteil Haarzopf ihre Kinder losgeschickt, um Unterschriften gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft zu sammeln. Vorübergehend sollen Asylsuchende auf dem Gelände der Grundschule an der Hatzper Straße unterkommen. Die Angst der Anwohner: Kriminalität, Müll, Lärm.

Flüchtlinge bringen Chaos und Ärger scheint der Konsens zu sein. Das allein ist schon schlimm genug, doch dass einige der Heim-Gegner ihre Kinder mit einer Unterschriftenliste gegen das Heim losgeschickt haben sollen, ist an Schamlosigkeit kaum noch zu überbieten. Die Kinder werden für eine Sache instrumentalisiert, die sie nicht verstehen können.

Die Eltern zeigen mit dem Finger auf die Fremden, erklären ihrem Nachwuchs, dass die da hinten nichts Gutes im Sinn haben, dass die da hinten Fahrräder klauen und den Schulweg unsicher machen. Die Eltern schüren Angst und züchten so die nächste Generation vorurteilsbehafteter Ausländerfeinde heran.

Diese Eltern sollten sich lieber fragen, wie viel passieren müsste, damit sie selbst ihr Land verlassen, ihr Leben aufgeben, womöglich ihre Familie zurücklassen würden. Jeder der Flüchtlinge, der in der Nachbarschaft dieser Eltern (und überall in Deutschland) um Asyl bittet, hat etwas erlebt, dass sich die wenigsten Menschen in unserer wohlhabenden Gesellschaft vorstellen können.

Ein Flüchtling ist ohne Heimat, ohne Perspektive, ohne Habe. Alles was er hat, ist die Hoffnung, bleiben zu dürfen und sich ein neues Leben zu schaffen – ohne Gewalt, ohne Hunger, ohne Angst. Menschen wie die Eltern mit der Unterschriftenliste kämpfen gegen diese Hoffnung des Flüchtlings. Nicht nur in Essen-Haarzopf sondern überall in Deutschland. Diese Menschen sollten einen Moment innehalten und sich fragen: „Wie würde ich mich fühlen?“

In diesem Beitrag erzählt das ARD-Magazin Kontraste die Geschichte des 18-jährigen Somaliers Yussuf:

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