Hoffentlich hat’s geschmeckt

Es ist der Wahlabend des 25. Mai. Bei der Arbeit erreicht uns die Nachricht, dass eine Gruppe Rechtsextremisten in Dortmund dabei ist, das Rathaus zu stürmen. Sie greifen Gäste der Wahlparty mit Pfefferspray  an, skandieren Parolen wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“. Es gibt Fotos, Videos, ein Kollege erkennt manche Angreifer wieder. „Die waren heute Nachmittag noch in der Eisdiele“, erzählt er. Die wird von Italienern betrieben. Na, hoffentlich hat’s wenigstens geschmeckt.

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Wählerwerbung

Der Freund einer Freundin war auf dem Weg durch Dortmunds Stadtteil Dorstfeld, als er an einem Wahlstand der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ vorbeikam. Sofort kam ein junger Mann auf ihn zu, drückte ihm ein paar Infozettel in die Hand und munterte ihn auf, wenn möglich am 25. Mai wählen zu gehen. So weit nicht ungewöhnlich, doch „Die Rechte“ tritt in der Regel ausländerfeindlich auf, der Freund der Freundin, der am 25. Mai wenn möglich „Die Rechte“ wählen soll, ist dunkelhäutig.

„Nazi-Bäcker“

Eine Kollegin ist umgezogen. Ganz in der Nähe ihrer neuen Wohnung fand sie eine Bäckerei und freute sich schon, dass sie dann morgens immer frische Brötchen würde kaufen können. Bei ihrem ersten Besuch kam sie mit der Verkäuferin ins Gespräch und erzählte, dass sie neu in der Gegend sei. Darauf die Verkäuferin: „Ist schön hier im Viertel. Hier gibt’s auch nicht so viele Ausländer.“ Nun hat sie eine Kundin weniger. Die Kollegin ist zur Hälfte russisch und läuft für frische Brötchen nun lieber etwas weiter. Der Bäcker um die Ecke heißt jetzt nur noch „Nazi-Bäcker“